• MGB-Head No1
  • MGB-Chor

    MGB-Chor

  • Schüleraustausch

    Schüler-Austausche

  • Sinfonieorchester

    Orchester

  • Naturwissenschaft und Technik

    Naturwissenschaft und Technik (NwT)

Polizeiliche Suchtprävention auf dem Stundenplan der Neuntklässler am MGB

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sterben in Deutschland jährlich mindestens 110.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Tabakkonsums, weitere 40.000 Menschen sterben an den Folgen schädlichen Alkoholkonsums. Etwa 1300 Todesfälle im Jahr geschehen in Folge illegalen Drogenmissbrauchs. Daher ist eine gründliche und umfangreiche Prävention – besonders für Jugendliche – unabdingbar. Auf Einladung des Arbeitskreises Präventionsarbeit besuchten die Drogenbeauftragten des Drogendezernats Karlsruhe auch in diesem Jahr das Melanchthon-Gymnasium. Ca. 120 Schülerinnen und Schüler folgten aufmerksam und interessiert dem Vortrag der Polizisten am Montag in der Aula des MGB. Hauptkommissar Jürgen Ell, der seit 37 Jahren bei der Polizei in Karlsruhe aktiv ist, und Hauptkommissarin Bettina Rastätter, die 15 Jahre im Drogendezernat beschäftigt gewesen ist, besuchen inzwischen Schuleinrichtungen im Landkreis Karlsruhe und informieren Schülerinnen und Schüler über den Missbrauch von Drogen und Alkohol.

 

Im Rahmen der polizeilichen Suchtprävention am MGB klärten die engagierten Polizisten die Jugendlichen der neunten Klassenstufe über die verschiedenen Drogenarten auf: Alkohol, Tabak, Crystal Meth, LSD, Cannabis, Heroin oder Marihuana sind nur einige Beispiele von Suchtstoffen, deren Konsum gerade bei Jugendlichen zu lebensbedrohlichen Folgen führen. Des Weiteren erläuterten Herr Ell und Frau Rastätter mögliche Persönlichkeitsveränderungen beim Menschen. Drogen und Alkohol können zu erheblichen gesundheitlichen Schäden -  teilweise sogar zum Tod - führen. Man kann bspw. an seinem Erbrochenen ersticken und die Unfallgefahr im Straßenverkehr wird auch für Unbeteiligte stark erhöht. Von manchen Medikamenten wird man aufgeputscht oder es sterben Nerven- und Gehirnzellen ab. Zähne faulen beispielsweise bei Chrystal Meth, welches auf Grund dieser Symptome mit Ecstasy vermischt wird. Hierdurch entsteht jedoch eine noch gefährlichere Droge.

Die Aussage „jeden Tag einen Joint und der Tag ist dein Freund“ klingt zunächst witzig, ist jedoch sehr gefährlich. Der Konsum von Cannabis und Marihuana kann ernsthafte Krankheiten, wie z.B.  Schizophrenie auslösen. Dass Drogen jedoch auch sinnvoll genutzt werden können, zeigt die medizinische Behandlung von schweren Krankheiten. Ausgewählte Patienten erhalten bei ADHS die Droge Ritalin. Zur Schmerztherapie wird Morphium eingesetzt, Parkinson-Erkrankte erhalten unter ärztlicher Aufsicht Cannabis.

Eine Problematik, die im Rahmen des Vortrags, deutlich wurde, ist, dass der Alkoholkonsum bei Jugendlichen in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Dies sei sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass Alkohol immer noch als Gesellschaftsdroge angesehen wird. Eine Flasche Bier oder ein Glas Wein und die damit einhergehende Gefahr der Abhängigkeit wird ignoriert. Immer öfter zählen Mädchen zu den Alkoholopfern. 

Nach dem Vortrag der Hauptkommissare vom Polizeipräsidium Karlsruhe bedankten sich viele Jugendliche für die aufschlussreiche Präventionsveranstaltung. Viele Schülerinnen und Schüler waren über die Wirkungen von Ecstasy und Crystal Meth bestürzt. Auch die Tatsache, dass Jugendliche immer öfter lebensgefährliche Mengen an Alkohol konsumieren, hat viele Anwesende nachdenklich gemacht und somit für das Thema Sucht zusätzlich sensibilisiert. So sagte uns Benjamin S. aus der Klasse 9 d: „Ich dachte erst, ich lerne hier nichts Neues, aber ich habe mich da wohl getäuscht. Mir war nicht bewusst, wie groß dieses Problem mittlerweile ist.“

Anschließend stand uns Frau Rastätter in einem Interview noch Rede und Antwort. Wir fragten sie, was sie mit diesen Vorträgen bei den Schülerinnen und Schülern erreichen wolle. Darauf antwortete die Polizistin: „Ich möchte, dass sie sich eine eigene Meinung zu Drogen bilden können. Denn man kann zu Drogen nur „NEIN“ sagen, wenn man sich eine eigene, standfeste und ehrliche Meinung gebildet hat.“

Gianluca Panzer & Florian Ertl (9d)