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Klassenzimmer–Theaterstück „Es ist, was nicht war“

Ein voller Kaffeebecher fliegt durch den Raum. Es wird laut. Eine gepackte Tasche wird wutentbrannt ausgeleert. Eindrucksvoll und realistisch spielen Tülin Pektas und Frederik Kienle von der badischen Landesbühne in einem Klassenzimmer des MGB das Stück „Es ist, was nicht war“.

Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen sind sehr still, als Isabelle (Tülin Pektas) von den Gewalt-Erfahrungen ihrer Freundin Elisabeth innerhalb der Familie erzählt, wobei absichtlich nicht klar ist, ob Isabelle nicht vielleicht von sich selbst redet. 

Der „Theaterpädagoge“ (Frederik Kienle), der in die Szene hereinplatzt, verliert seine Rolle und berichtet aufgewühlt von eigenen Erlebnissen – seine Mutter hat den Vater geschlagen. Dann endet das Stück und man „muss reden“, über Erlebtes, Verstörendes, wie es weitergehen soll.

Häusliche Gewalt ist ein oftmals totgeschwiegenes Thema.

Man spricht in der Schule über Mobbing, Gewalt, soziale Medien. Wie soll man aber den Schülern ein Thema nahe bringen, das sich in erster Linie nicht auf das Kind selbst, sondern auf  Erwachsene bzw. Eltern bezieht?

Wie kommt man ins Gespräch über ein Thema, von dem statistisch gesehen gut jede vierte Familie in irgendeiner Weise betroffen ist? Die Schulsozialarbeiter der Stadt Bretten haben dazu ein Theaterstück, welches in enger Zusammenarbeit mit den sozialpädagogischen Hilfen für Familie und Erziehung in Bruchsal entstanden ist, in die Klassenzimmer ihrer Schulen geholt. In den Raum, in dem Klassen sich sicher fühlen und sensibel an das Thema herangeführt werden können. Im Anschluss an die Aufführungen wurde mit den Klassen, den Schauspielern und einer Theaterpädagogin eine ausführliche Nachbesprechung durchgeführt, bei der die Schülerinnen und Schüler Fragen stellen konnten und weitere Infos, beispielsweise über Beratungsstellen, bekamen.

War wirklich echter Kaffee in dem Becher? Nein, nur mit Lebensmittelfarbe gefärbtes Wasser.